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Artikel des Monats - Februar

Welches Pferd passt zu mir?

 

Pferdekauf, ein Thema bei dem die Emotionen hochkochen.

Kauf ich mir ein junges Pferd das ich nach meinen Wünschen formen kann, oder doch lieber einen "Alten Hasen" zum sofort losreiten? Egal wie die eigenen Vorstellungen sind, zuerst sollten die Fakten geklärt werden...

 

Kosten

Was kostet eigentlich ein eigenes Pferd? Der Kaufpreis schwankt stark als Anhaltspunkt kann man sagen, dass es ein solides, gesundes Pferd ohne große Macken ab 5000,- gibt. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt hier entscheiden dann Abstammung, Ausbildung und Erfolge über den Wert des Pferdes.

Mit dem Kaufpreis ist es aber nicht getan, der weitaus größere Teil ist der Unterhalt des Pferdes. Hier mal eine kleine Aufstellung der jährlichen Kosten:

Einstellplatz:       ca. 4000,-€

Hufschmied:       ca. 300,-€ ohne Eisen bis 1600,- für Vollbeschlag

Tierarzt:             ca. 300,-€ nur für Impfung und Zahnkontrolle, wird das Pferd krank können schnell mal die Kosten explodieren.

                         Abhilfe kann hier eine Pferdekrankenversicherung oder OP-Versicherung schaffen. ca. 1600,-€ im Jahr

Ausrüstung:       ca.1200,-€ kann man jedes Jahr gut einplanen für den Sattler, neue Decken und aller möglichen Dinge

Summe:            7550,-€/Jahr und mehr solltet ihr fest einplanen (ca. 630,-€/Monat)

 

Wie groß sollte mein Pferd sein?

Es gibt eine einfache Faustformel damit die eigenen Bein dort am Pferd liegen wo sie die Hilfen geben sollen.

Körpergröße des Reiters - 15cm      Ein Reiter mit 180cm Größe sollte sich also an einem Pferd mit einem Stockmass von 165cm halten. Hier ist weniger nicht mehr, den der nächste Faktor spielt hier mit rein.

 

Wie viel darf ich für mein Pferd wiegen?

Grundsätzlich sei hier gesagt; Reiten ist kein Sport zum Fit werden, sonder den man ausübt wenn man Fit ist.

Auch hört man immer wieder von "Gewichtsträgern", so etwas gibt es nicht! Es gibt natürlich stämmige Rassen wie z.B. Haflinger nach alten Zuchtbild. Diese können im Verhältnis zu ihrer Körpergröße mehr tragen als ein sportliches Pony der gleichen Größe aber dies ist in der nächsten Formel bereits berücksichtigt.

10% bis 15% des Idealgewicht meines Pferdes    sollte als Dauerbelastung nicht überschritten werden!

Die 10% gilt hier für Reitanfänger auf einem untrainierten Pferd und die 15% für einen echten Profi auf einem gut ausgebildeten und gymnastizierten Ross.  Beispiel; normales Warmblut ca. 170cm Stockmass hat ein Idealgewicht von 650kg. Das bedeutet ein Reitanfänger sollte nicht mehr wie 65kg wiegen und ein Profi (wenn das Pferd wirklich Fit ist) nicht mehr als 97,5kg wiegen.

Nur so kann man Langzeitschäden durch reiterlichen Einfluss minimieren. Achso, wenn das Pferd Übergewicht hat rechnet dieses zu 20% mit auf das Reitergewicht an. D.h. hat das Pferd 100kg zu viel, singt das Reitergewicht um 20kg.

 

Wie alt sollte mein Pferd sein?

Wieder so eine Grundsatzfrage die für viel Streit sorgen kann. Im Großen und Ganzen gilt das alte Sprichwort

Auf alten Pferden lernt man das Reiten...

Soll bedeuten, grundsätzlich ist erst mal jedem davon abgeraten sich ein Pferd zu kaufen das jünger ist als 7Jahre. Dies hat einfach nur damit zu tun, dass erst jetzt das Pferd ausgewachsen ist und man auch erst jetzt bei der Ankaufuntersuchung gewisse Erkrankungen wie z.B. eine defekte Hufrolle erkennt. Jüngere Pferde sind immer ein Pokerspiel ob diese sich so entwickeln wie man es sich wünscht.

Die nächste Altersstufe ist das 13 bis 15 Lebensjahr, diese Pferde kann man mit gutem Gewissen jedem Reiter ans Herz legen. Sie haben ihre Flegeljahre hinter sich, der Charakter ist gefestigt und auch am Körper ist nur definitiv alles erkennbar. Hier kauft man nicht mehr die Katze im Sack. Pferde die zwischen 7 und 15 Jahren alt sind, können ihr Wesen noch komplett ändern und fordern Ihren Reiter gerne heraus. Schließlich sind es Herdentiere in der "Pubertät", sie wollen sehen wer wirklich Chef ist.

 

Was sollte mein Pferd können?

Hier ist weiser Rat häufig teuer... Ich muss mir auf jeden fall bewusst sein, was ich von meinem Pferd erwarte. Als Beispiel ich bin ein Wiedereinsteiger Mitte 30, d.h. an den großen Sport brauch ich nicht mehr denken und will ich wahrscheinlich auch nicht. D.h. zu mir würde ein Pferd ab 15 Jahren mit einer soliden Grundausbildung bis zur Stufe A in Dressur und Springen völlig reichen zum glücklich werden. Sollte ich dann jetzt doch nochmal Interesse am Sport entwickeln, darf ich meinem Pferd nicht böse sein das hier dann halt auch bei A oder kleinem L Schluss ist.

"Ich hab mir halt nen Kombi gekauft und kein Sportwagen" nur weil er eine weiße Schabrake aufbekommt ändert sich das nicht.

Genauso andersherum, ich hab mich für eine Sportskanone entschieden. Das dieser dann beim Ausreiten bei dem kleinsten Reiz explodiert, wenn ich diesen nicht mehr jeden Tag fordere und trainiere ist doch klar.

Also sei dir bewusst, was du willst!

 

Jetzt können die Emotionen wieder eingeschaltet werden!

Alles weitere, Farbe, ein oder zwei weiße Beine, Stute oder Wallach?

Ist wieder alles reine Geschmackssache hier dürft ihr eurem Gefühl vertrauen.

Den schließlich bleibt er oder Sie euch mal gute 20 Jahre treu...

 

Falls Fragen offen geblieben sind, oder ihr Anregungen für das nächste Monatsthema habt

schreibt uns über das Kontaktformular!

 

Euer Team der Reitanlage Fahrdorf

 

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